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Anale Phase

Anale Phase

Anale Phase (2. – 3. Lebensjahr)

Die Aufmerksamkeit des Kindes richtet sich nun mehr und mehr auf das Ausscheidungsorgan und dessen Produkt. Das Kind empfindet Lustgewinn an den Prozessen, die mit der Ausscheidung in Verbindung stehen. Das heißt, die libidinöse Erfahrung ist anal fokussiert.

Das Kleinkind lernt mehr und mehr die Kontrolle über die Ausscheidung zu beherrschen, was den Beginn der Reinlichkeitserziehung nach sich zieht. Es empfindet Lust am Zurückhalten oder Hergeben des eigenen Produkts der Ausscheidung.

Das Kleinkind nimmt sich nun nicht mehr als Einheit mit der Mutter (oder der zuständigen ersten Bezugsperson) wahr, sondern es erfährt sich als eigenständige Person. Die Entwicklung des Ich fällt in diese Phase. Das hilft ihm, andere als unabhängig von sich selbst wahrzunehmen: der Beginn der Entwicklung des Du.

Durch die Wahrnehmung des Kleinkindes, eine eigenständige Person zu sein, will es nun immer häufiger eigene Entscheidungen treffen. Nicht selten stößt es auf Grenzen, was den Unmut des Kindes nach sich zieht: der Beginn der Autonomiephase (Trotzphase). Diese Phase ist geprägt von Selbstbehauptung.

Häufig protestiert das Kind aus dem Konflikt heraus, eigene Entscheidungen treffen zu wollen und dabei auf Grenzen zu stoßen. In der Erziehung geht es dann nicht (wie früher angenommen) darum, den Willen des Kindes zu brechen, sondern ihm liebevolle, konsequente Grenzen aufzuzeigen, gepaart mit einem ausgewogenen Sich-Ausprobieren lassen.

Für die Entwicklung des Kindes sind die Autonomiephase und das positive Erleben der analen Phase wichtig für die Weiterentwicklung des Selbstwertgefühls. Soziales Miteinander und Konfliktfähigkeit mit der nötigen Entwicklung von Frustrationstoleranz kann eingeübt werden.

Der soziale Aspekt, der Erfahrung mit anderen und der Übernahme von Grenzen und Normen führt nach und nach zur Entwicklung des Über-Ichs.