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Orale Phase

Orale Phase

Orale Phase (0. -2. Lebensphase)

Der psychosexuelle Schwerpunkt in der oralen Phase liegt nach dem Phasenmodell Freuds in der Bedürfnis- und Triebbefriedigung nach Nähe, Nahrung, Wärme, Geborgenheit und Ansprache. Zu Beginn des Lebens durchläuft jeder Mensch die orale Phase, etwa zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr. Beim Säugling ist die libidinöse Erfahrung oral fokussiert. Das heißt, ein Baby nimmt seine Umwelt über den Mund wahr. Es wird mit dem Saugreflex geboren, der sich dann zur Quelle seiner Umwelterfahrungen und seiner Bedürfnisbefriedigung entwickelt. Im Mittelpunkt seines Erlebens steht die Nahrungsaufnahme. Hier erfährt das Kind die Befriedigung seiner Bedürfnisse und den Lustgewinn am Saugen.

Ein Säugling, der in diesem frühen Alter Geborgenheit, Liebe, Ansprache, Akzeptanz und die Befriedigung seiner Bedürfnisse nach Nahrung und Zuwendung erfährt, kann Urvertrauen entwickeln.

Das Kind spürt das Angenommensein, erste Bindungen entwickeln sich zwischen Bezugsperson und Säugling. Verläuft diese Entwicklung positiv, wenn der Säugling lernt, seiner Bezugsperson zu vertrauen, kann das Urvertrauen entstehen.

uch Kinder, die nicht gestillt werden, können Urvertrauen entwickeln. Ausschlaggebend sind die Vermittlung von Gefühlen der Nähe, Geborgenheit, Sicherheit und Wärme und die Bedürfnisbefriedigung nach Nahrung.

Das Thema des Urvertrauens wurde von Erik H. Erikson, einem Schüler von Freud, genauer bearbeitet. Er bemerkte, dass Kinder in der oralen Phase lernen, welchen Personen sie vertrauen können. Entscheidend ist die Entwicklung von Gefühlen, die die Wahrnehmung von Vertrauen und Misstrauen unterstützen und bestärken.

Im Säuglingsalter werden nach Erikson die Weichen für ein Urvertrauen oder im Negativen Vertrauensseligkeit gestellt. Häufig fällt in diesen Kontext auch der Begriff: Urmisstrauen.

Im Säuglingsalter entwickelt sich die Persönlichkeitsinstanz des Es. Triebe und Bedürfnisbefriedigung sind zentrale Themen.