Berufsbild Architekt:in | Aufgaben, Gehalt, Karriere | Daniel Hentschel
Berufsbild

Architekt:in

Entwurf, Planung und Bauüberwachung über die Leistungsphasen 1–9 nach HOAI — vom ersten Entwurfsgedanken bis zur Übergabe des fertigen Bauwerks.

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Das Berufsbild

Was Architekt:innen wirklich tun.

Architekt:innen begleiten Bauprojekte von der ersten Idee bis zur Fertigstellung. Sie entwickeln Entwürfe, die funktional, ästhetisch und wirtschaftlich überzeugen, führen Genehmigungsverfahren mit Behörden, erstellen Ausführungspläne gemeinsam mit Fachplaner:innen und überwachen die Umsetzung auf der Baustelle. Der Beruf verbindet gestalterische Kreativität mit technischem Verständnis, rechtlichem Wissen und Projektmanagement-Fähigkeiten — und verlangt Kommunikationsstärke gegenüber Bauherren, Behörden und ausführenden Firmen gleichermaßen.

Je nach Position und Bürogröße variiert der Fokus erheblich: Während Junior-Architekt:innen meist in einzelnen Leistungsphasen mitarbeiten — etwa im Entwurf oder in der Ausführungsplanung —, verantworten erfahrene Projektarchitekt:innen und Projektleiter:innen das gesamte Projekt über alle neun HOAI-Leistungsphasen hinweg, von der Grundlagenermittlung bis zur Objektbetreuung nach Fertigstellung.

Typischer Arbeitsalltag

Wie ein Tag als Architekt:in aussehen kann.

Im Büro
  • Entwurfsarbeit und CAD/BIM-Modellierung
  • Abstimmung mit Fachplaner:innen (Statik, TGA)
  • Erstellung von Genehmigungsunterlagen
  • Kosten- und Terminplanung
Vor Ort
  • Baustellenbegehungen und Qualitätskontrolle
  • Abstimmung mit Bauleitung und Gewerken
  • Bauherrengespräche und Präsentationen
  • Abnahmen und Mängelfeststellung
Anforderungen & Qualifikationen
Ausbildung & Formales
  • Architekturstudium (Bachelor/Master oder Diplom)
  • Eintragung in die Architektenkammer (je nach Bundesland)
  • Bauvorlageberechtigung für eigenständige Planungstätigkeit
  • Fundierte HOAI-Kenntnisse
Fachliche & persönliche Skills
  • CAD/BIM-Kenntnisse (Revit, Allplan, Archicad)
  • Gestalterisches Gespür und räumliches Vorstellungsvermögen
  • Verhandlungssicherheit gegenüber Bauherren und Behörden
  • Projektmanagement- und Terminkompetenz
Gehalt & Karriereperspektiven

Was Architekt:innen aktuell verdienen.

Regional und nach Bürogröße unterschiedlich — diese Bandbreiten geben eine erste Orientierung.

Berufseinsteiger:in
38.000–45.000 €
0–3 Jahre Berufserfahrung
Senior
55.000–75.000 €
5–10 Jahre Berufserfahrung
Projektleiter:in / Partner:in
70.000–150.000+ €
Je nach Verantwortung und Bürogröße

Der typische Karriereweg führt von der Mitarbeit im Entwurfsteam über die Projektarchitektur bis zur Projektleitung — und für einige schließlich in die Bürogeschäftsführung oder Partnerschaft. Entscheidend für den Gehaltssprung ist dabei weniger die reine Berufserfahrung als die übernommene Verantwortung: Wer eigenständig Projekte gegenüber Bauherren vertritt und Budgets verantwortet, verdient spürbar mehr als Kolleg:innen mit vergleichbarer Betriebszugehörigkeit in reiner Zuarbeiter-Funktion.

Typische Arbeitgeber

Wo Architekt:innen arbeiten.

Architekturbüros (klein bis groß) Projektentwicklungsgesellschaften Bauträger Öffentliche Bauverwaltungen Generalunternehmen mit eigener Planungsabteilung Ingenieurgesellschaften

Die Wahl des Arbeitgebers prägt den Alltag stark: In kleinen Büros übernehmen Architekt:innen oft mehr Verantwortung über alle Leistungsphasen hinweg und haben direkten Bauherrenkontakt. Größere Büros und Ingenieurgesellschaften bieten dagegen häufig spezialisierte Rollen, klarere Strukturen und oft auch planbarere Arbeitszeiten — beides hat seine Berechtigung, je nach Karrierephase und persönlichen Prioritäten.

FAQ

Häufige Fragen zum Berufsbild.

Brauche ich die Bauvorlageberechtigung?
+
Für die eigenständige Einreichung von Bauanträgen ja, in den meisten Bundesländern. Angestellte Architekt:innen in größeren Büros arbeiten oft auch ohne diese Berechtigung, da sie unter der Verantwortung eines eingetragenen Kolleg:innen planen.
Wie sieht der typische Karriereweg aus?
+
Junior-Architekt:in → Projektarchitekt:in → Projektleiter:in → Partner:in/Geschäftsführer:in. Der Wechsel zwischen Büros unterschiedlicher Größe und Spezialisierung ist üblich und karriereförderlich.
Ist Home-Office in der Architektur üblich?
+
Für Entwurfs- und Planungsarbeit teilweise ja, viele Büros bieten 1–2 Tage Home-Office. Bauüberwachung und Baustellentermine erfordern jedoch Präsenz vor Ort.
Sind BIM-Kenntnisse mittlerweile Pflicht?
+
Bei öffentlichen Aufträgen und größeren Projekten praktisch ja. BIM-Kompetenz ist einer der stärksten Gehaltstreiber und Karrierehebel im aktuellen Markt.
Lohnt sich ein Wechsel vom Angestelltenverhältnis in die Selbstständigkeit?
+
Das hängt stark von Netzwerk, Kapitaldecke und Risikobereitschaft ab. Viele Architekt:innen sammeln zunächst 8–10 Jahre Erfahrung in verschiedenen Büros, bevor sie den Schritt in die eigene Praxis oder Partnerschaft wagen.
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