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Genitale Phase

Genitale Phase

Genitale Phase (11. – 16. Lebensjahr)/ Pubertät

Mit dem Beginn der Pubertät unter dem Einfluss der Produktion von Hormonen setzt sich die sexuelle Entwicklung weiter fort. Zur Bedürfnisbefriedigung kommt nun die Fortpflanzung hinzu. Der Fokus richtet sich mehr und mehr auf andere als Sexualpartner.

Eigene Bedürfnisse, Triebwünsche und das Erleben der Geschlechtsidentität wollen gelebt werden. Der Wunsch nach Autonomie und Selbstständigkeit nimmt zu, die Ablösung vom Elternhaus beginnt langsam. Grenzen werden ausgetestet, neue Fähigkeiten im Umgang mit anderen eingeübt. Kinder und Jugendliche dieses Alters suchen sich neue Vorbilder und Ideale.

Für den Pubertierenden und sein Umfeld wird diese Zeit nicht immer als einfach wahrgenommen. Neue Regeln müssen ausgehandelt werden. Kinder bzw. Jugendliche wollen sich unabhängiger bewegen.

Alte Interessen werden aufgegeben, neue Herausforderungen werden gesucht, wobei auch die Risikobereitschaft steigt. Verantwortungsvolle Konfliktlösungen müssen bei mehr Entscheidungsfreiheit geübt werden.

Das Kind oder der Jugendliche in dieser Phase muss mehr und mehr lernen, für sein Handeln die Verantwortung zu übernehmen. Das Ich muss abwägen zwischen Freiheiten leben wollen und Grenzen und Normen einhalten müssen.

Nach Freud stößt das Kind in jeder Phase seiner Entwicklung an Grenzen, wodurch Konflikte zu sich selbst und zur Umwelt entstehen. Dabei muss das Kind lernen, seine Triebwünsche aufzuschieben oder darauf zu verzichten.

Die Lösung der Konflikte zwischen Wunsch und Wirklichkeit, zwischen Bedürfnis und Realität, bedeutet in den jeweiligen Phasen einen weiteren wichtigen Schritt in der Persönlichkeitsentwicklung.

Liebevolle, klare, konsequente Absprachen, viel Verständnis, das nötige Maß an Bedürfnisbefriedigung und emotionaler Zuwendung lassen Kinder und Jugendliche, egal welchen Alters, die einzelnen Entwicklungsphasen als überwiegend positive Herausforderung erleben, so dass nach und nach Triebwünsche zugunsten des Realitätsprinzips verantwortungsvoll gelebt, zurückgestellt oder aufgegeben werden können.